Münsterland Giro 2018

Rückblick

Das Rennen "Münsterland Giro 2018" ist nun einige Tage her. Ich habe lange über meinen Beitrag nachgedacht, vor allem, worüber ich im Zusammenhang mit dem diesjährigen Rennen Interessantes berichten kann. 

Kurzum: das Rennen selbst hatte Münsterland-Style, d.h. es gab die typischen "münsteraner" Eigenarten im Rennen zu beachten, bzw. man tat gut, sich damit auseinander zu setzen. 
Doch von Anfang an....

Anreise

Das Rennen "Rund um Köln" hatte ich zusammen mit zwei Jugendfreunden begonnen. Nach dem Rennen meldete sich einer der beiden direkt beim Münsterland Giro an. Daher war wiederum einer der Jugendfreunde (wir kennen uns seit fast 40 Jahren!) mit am Start beim Münsterland Giro 2018. 

Das Rennen wird voraussichtlich das letzte Radrennen mit meinem Canyon Ultimate AL 9.0 gewesen sein, da ich eine Woche vorher im Rahmen des sogenannten Sparbuches 2018 bei Canyon in Koblenz mir mein Traumrad Canyon Aeroad CF SLX 8.0 Di2 gekauft habe. Jaaaaaa. 
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Rad am Ring 2018

Vorgeschichte

In den vergangenen Jahren hatte ich den Wunsch, an dieser legendären Veranstaltung "Rad am Ring" teilzunehmen. Schließlich hörte ich von allen Seiten von der sogenannten "Grünen Hölle" in der Eifel. Dieses Vorhaben konnte ich bislang urlaubsbedingt nicht in die Tat umsetzen. Aber dieses Jahr passte der Termin gut in meine Planung und natürlich auch in die Urlaubsplanung der Familie. Und nein, ich habe keinen Einfluss darauf genommen. 

Der Nürburgring und die berüchtigte Nordschleife sind mir aus der Formel 1 bereits ein Begriff. Aus Richtung des Radsports kenne ich den Nürburgring nur aus Erzählungen: in diesem wurde von "steil" bis "hammerhart" alles berichtet.

Bislang kenne ich als schwerste Disziplin in einem Rennen den Großen Feldberg. Vielleicht kann Rad am Ring den Großen Feldberg toppen. Mal sehen.

Die Anmoderation seitens des Veranstalters im Internet war besorgniserregend. Er sprach von einem rund 17%igen Steigungswinkel. Im Frühsommer diesen Jahres habe ich im Rahmen meines alljährlichen Trainingslagers in den Ardennen die "Mauer von Huy" bewältigt. Ein 1100 m langer, steiler und hammerharter Anstieg. 19%!!! Und jetzt ein Anstieg, der nicht wirklich flacher ist. Eigentlich geil, aber doch Grund zur Sorge, denn der Anstieg steht dreimal auf dem Programm. 

Eine Woche vorher...

Am Sonntag, 15.07.2018, habe ich noch recht spontan an einer RTF des RSV Viktoria Löwenich teilgenommen. Eine mittlere Runde von ca. 115 km durch die (Vor-)Eifel. Nideggen, bzw. Berg, markierte den Wendepunkt der Rundfahrt. Die Strecke war ganz ansprechend, meine Otto-Maigler-See-Runde wurde mehrfach gekreuzt.  

Während der RTF riss bei Kilometer 50 der Schaltzug für die Kassette, d.h. ich konnte auf der Kassette nicht mehr schalten. Einer der Mitfahrer stellte die Gangschaltung mittels der Anschlagsschraube auf das 8. Ritzel ein, so dass nicht der schwerste Gang zur Verfügung stand, sondern ein leichterer Gang, wenn auch nur ein wenig leichter. Ich konnte nur noch über das Kettenblatt schalten. Also fuhr ich die letzten 65 km mit einem Singlespeedrad. Gott sei Dank passierte dies nicht beim Anstieg zur Hohen Acht

Der besagte Mitfahrer tauschte noch in der kommenden Woche beide Schaltzüge, sowohl den defekten Schaltzug, also auch den noch funktionierenden. Recherche meinerseits ergaben, dass der Schaltzug ca. 15.000 km gehalten hat. 

Expo und Fahrerlager

Endlich war es soweit. Die Anfahrt wurde von mir länger eingeschätzt, als ich tatsächlich benötigt habe. Der Nürburgring ist von meiner Wohnanschrift in einer Stunde gut zu erreichen.

Die Anfahrt war gut geregelt. Für die Teilnehmer unterschiedlicher und vielfältiger Veranstaltungen, wie 24h-Rennen, 24h-MTB-Rennen oder Jedermann-Rennen gab es unterschiedliche Parkbereiche. Durch die frühe Ankunft um 08:30 h habe ich zumindest auf dem Parkplatz in der Poleposition gestanden.

Auf dem Gelände war ordentlich was los. Viele Boxen im Paddock waren belegt, entweder vom Veranstalter, beispielsweise in Form der Ausgabe der Startunterlagen und Starterbeutel, oder von Sponsoren, wie zum Beispiel Dextro Energy. Oder von Radsportteams oder deren Sponsoren.
Hinter der Boxengasse war der wirklich große Expo-Bereich aufgebaut. Viele viele Hersteller, vom Ausstatter bis hin zur Fahrradmarke, über Zubehör und Trainingsgeräte sowie Technik, es war zwar nicht alles, aber sehr vieles vertreten.

Nach dem Erhalt der Startunterlagen (Boxen 19-21) und des Starterbeutels (Box 26) nutzte ich die verbliebene Zeit ein wenig über das Gelände zu schlendern und die Angebote der Aussteller zu studieren. Es waren auch interessante Angebote dabei, wie zum Beispiel die Trainingsrolle Tacx Flux für 499,- Euro zur Mitnahme oder ein Sattel von SQLab für 135,- Euro. 

Der Bereich nach der Start-/Ziellinie entlang der Strecke war den Dependancen der 24h-Teams vorbehalten. Bis zum Abzweig in Richtung Nordschleife reihte sich Team an Team, das sogenannte Fahrerlager, so dass schnell ein Urlaubs- bzw. Campingfeeling aufkam. 

Grüne Hölle

Kurz vor High Noon wurde es Zeit in den Startblock zu fahren. Die Organisation der Sortierung der verschiedenen Disziplinen war sehr gut und leicht verständlich. Um 12:30 h starteten die Teilnehmer des 150km-Rennens, gefolgt von uns um 12:34 h für die 75km-Strecke und im Anschluss das 25km-Rennen. Ganz zum Schluss wurde das 24h-Rennen gestartet.

Pünktlich um 12:34 h ging es für mich los. 
 
Die ersten zwei Kilometer nach dem Start ging es durch das Fahrerlager. Gefühlt fuhr ich über einen Campingplatz, wobei nahezu alle "Camper" Applaus spendeten. Großartig. 
Dann folgte der Abzweig zur Nordschleife, an der die Mountainbiker die Strecke verließen.

Dann kamen ca. 9 Kilometer mit einem regelrechten Wow-Geil-Effekt. Rasante Abfahrten, schnelle Kurven, steile Rampen. Das alles eingebettet in eine fantastische Landschaft. Als Krönung des Ganzen wartete ein Streckenabschnitt, der "Fuchsröhre" genannt wird. Hier sind Geschwindigkeiten über 80 km/h keine Seltenheit, ein paar Teilnehmer überspringen sogar die 100km/h-Marke. Bei mir war bei 83,3 km/h Ende, dann setzte doch das Kopfkino ein. Bei den eingestellten Fotos gibt es auch eins, bei dem angeblich 101 km/h gemessen wurde. Mein Garmin weiß davon nichts. 
Ungefähr bei Kilometer 11 (in Runde 2 bei Kilometer 38, in der dritten Runde bei Kilometer 60) beginnt der Anstieg. Jetzt wird die jeweils anstrengende zweite Hälfte jeder Runde eingeläutet. Auf den folgenden 5 km werden gut 300 HM erklommen. Zu Beginn ging es ganz moderat zum sogenannten Karussell, dann wurde es steil, richtig steil. Über die anfänglichen 4% - 5% konnte man noch lächeln, spätestens bei der Hohen Acht verging es mir. 17% in der Spitze, das war schon hart. Beim ersten Anstieg ging es noch ganz gut. Beim zweiten Anstieg sehr schleppend. Der dritte Anstieg wurde dann doch qualvoll. Jeder Tritt war eine Überwindung, ich dachte kurz, daß ich es nicht schaffe, aber dann war ich doch oben. Ein viertes Mal wäre ich definitiv nicht mehr aus eigener Kraft hochgekommen.
Nach der Hohen Acht ging es in Wellen zurück zum Motodrom. Aber auch diese "Hubbel" hatten es in sich. Allesamt kurze, aber steile Anstiege. Und jedesmal bei böigem Gegenwind. Der Döttinger Höhe folgte die lange Gerade nach Nürburg mit dem letzten kleinen Anstieg. Dann war das Motodrom erreicht und eine neue Runde begann.

Resumee

Letztendlich war es eine schönes und gelungenes Event. Ein Rennen, wie bei den übrigen Veranstaltungen ist es für mich nicht, da ich spätestens bei der zweiten Runde den Überblick über die Gruppen verloren habe. Schon bei dem ersten Anstieg wurde das Fahrerfeld regelrecht zerpflückt. 
Während der 75km waren viele Wetterbedingungen vertreten: der Start und die Abfahrten der ersten Runde erfolgten bei trockenen Bedingungen. Der erste Kletterabschnitt zur Hohen Acht sowie die daraufolgenden "Wellen" erfolgten bei Regen und Gewitter. Die Abfahrten der zweiten Runde nur bei Regen, aber nasser Fahrbahn und nun windigen Verhältnissen, danach riss der Himmel auf. Der Rest fand bei Trockenheit und warmen 26 bis 30 Grad statt. 
Insbesondere die zweite Runde zeigte, dass die Strecke (und auch der Radsport) sehr gefährlich ist. Und der Nürburgring zeigte mir, dass ich ein ganz miserabler Abfahrer bin. 
Caracciola-Karussell
Caracciola-Karussell
Blick von der Hohen Acht auf das Caracciola-Karussell
Blick von der Hohen Acht auf das Caracciola-Karussell
Geschwindigkeitsmessung auf dem Nürburgring
Geschwindigkeitsmessung auf dem Nürburgring
Runde zwei
Runde zwei
Abfahrt im Regen
Abfahrt im Regen
Klettern zur Hohen Acht
Klettern zur Hohen Acht
Klettern zur Hohen Acht
Klettern zur Hohen Acht
Übersichtsplan Nürburgring
Übersichtsplan Nürburgring

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Rund um Köln 2018

Prolog

Im Oktober 2017 traf ich einen meiner langjährigen  sowie sehr guten und engen Jugendfreunde wieder. Das Treffen kam bei der Party anlässlich des 50. Geburtstags eines weiteren meiner besten Freunde aus der Jugendzeit zustande. Ich will die beiden in der Folge mal Klaus und Thomas nennen, wobei Ähnlichkeiten mit tatsächlich lebenden oder real existenten Personen rein zufällig sind.

Wenn ich Jugendzeit sage, meine ich es auch so. Wir haben uns im Alter von ca. 12 - 13 Jahren kennengelernt und haben bis heute noch Kontakt zueinander, also seit fast 40 Jahren.

Klar, dass auf der Party, die für mich ein wenig zur Zeitreise wurde, der Alkohol in Strömen floss. Das Leben wurde gefeiert und die Begeisterung für alles war riesig. Und irgendwie ist es nur natürlich, dass meine allgemeine Begeisterung für den Radsport angesprochen wurde. Thomas war schon immer im Klassement der Mountainbiker unterwegs, Klaus reklamierte für sich die Teilnahme am Münsterland Giro. Und zack, war die Idee geboren: wir drei fahren zusammen in einem halben Jahr bei Rund um Köln - am 10.06.2018.

Wer ist eigentlich auf diese Schnapsidee gekommen? Keine Ahnung, aber Rund um Köln 2018 wird somit etwas ganz Besonderes für mich werden....

Vorbereitungen

Also wurden die beiden Jungs verpflichtet, sich auf das Rennen vernünftig vorzubereiten. Wobei ich bei einem der beiden arge Bedenken habe, ob dies auch wirklich geschieht, bzw. geschehen ist.

Natürlich setzt man sich auch gedanklich mit dem Vorhaben auseinander. Grundsätzlich fahre ich nur um "die Ehre" oder die Goldene Himbeere, wie jemand mal so treffend bemerkte.

Mein Anspruch des Vorjahres 2017 bleibt erhalten: unter 2 Stunden zu bleiben und mehr als die üblichen 15 Mitmachpunkte in der Altersklassenwertung zu erkämpfen.

Dieses Jahr bin ich und fühle mich wirklich sehr gut trainiert (trotz des Dämpfers am Feldberg in diesem Jahr).

Der Vorschlag einer Streckenbesichtigung wurde nur von einem der Jungs aufgenommen und am 21. April 2018 umgesetzt. Der andere glänzte in dieser Zeit nur mit markigen Sprüchen per WhatsAPP. Ich bin daher sehr gespannt, wie sich der Renntag für ihn gestalten wird. Bislang lebe ich in der Vorstellung, das Rennen mit einem untrainierten Fahrer starten "zu müssen", wobei jeder für sich alleine fährt. Im anderen Fall würde ich auch wahnsinnig werden.

Daher freue ich mich wahnsinnig auf das Rennen und bin mehr als nur gespannt.

Pre-Racing-Day

Am Samstag habe ich in Begleitung meiner Frau bei traumhaften Wetter die Startunterlagen für die Jungs und mich abgeholt. Ein kurzer Gang über das Gelände des Radsportfests am Harry-Blum-Platz verschaffte uns einen Überblick über das reichhaltige Angebot, welches deutlich über dem in Eschborn 2018 lag. Wer noch nicht mit Kleidung ausgestattet ist, oder noch auf der Suche nach einem Trikot ist, wird hier schnell fündig. Auch besteht die Möglichkeit, zu reduzierten Preisen eine Anmeldung zu weiteren Radrennen, wie z.B. Münsterland Giro 2018 oder Rad am Ring 2018, einzureichen.

Und dem Besucher offenbarte sich die überaus schöne Location des Kölner Rheinauhafen.

Das Rennen

Endlich ist es soweit. Es ist "racing day" und wir sind auf dem Weg in den Startbereich zu den Startblöcken. Wir schieben unsere Räder zum Startblock "C", zu dem der Zugang ohne Kontrolle möglich ist. Ich frage mich kurz, ob wir auch aus dem Block "B" hätten starten können. Wir stehen wegen der zeitlichen Enge zum Start sehr weit hinten im Block "C". Egal, dann wird das Feld eben von hinten aufgerollt.

Die einzelnen Startblöcke werden im Abstand von jeweils zwei Minuten in das Rennen geschickt, wir rollen um 11:04 h über die Startlinie und los geht's.

Unmittelbar hinter der Startlinie steht am rechten Rand ein Kollege, der mich erkennt und sehr nett anfeuert. Vielen Dank.

Dann geht es wie immer in sehr hohem Tempo (ca. 50 km/h) durch den Rheinufertunnel, über die Mülheimer Brücke und durch den Stadtteil Köln-Mülheim. Kurz darauf sind wir im Bergischen Land.

Der erste moderate Anstieg liegt in Schildgen. Dieser besteht aus zwei Rampen, die vom weiten steiler aussehen als sie tatsächlich sind. Der Anstieg wird mit Tempo 30 bewältigt.

Hinab durch eine Ebene und ich erreiche mit einem 40er Schnitt (!!!) Odenthal. Ab Odenthal beginnt "der Anstieg" nach Bechen. Der Anstieg besteht aus mehreren Steigungen, die u.a. mit 10%-Rampen recht steil sind. Auch diese werden mit über 20 km/h angegangen und zum Schluss mit für mich schnellen 15 km/h bewältigt. Es läuft richtig gut für mich. Schnell über den Rodenberg und wir sind in Bechen. Schanze und Spitze passiert und mit dem höchsten Tempo von ca. 70 km/h donnern wir hinunter zur Dhünn, um uns dem 18%igen Anstieg in Bergisch-Gladbach/Sand, zum Privathotel Bremer, zu stellen. Bei diesem hohen Tempo möchte ich mir gar nicht ausmalen, was alles passieren kann.

Aus dem hohen Tempo heraus geht es in eine enge rechtwinklige Kurve in den besagten Anstieg. Das Abbiegen ist mit einer deutlichen Reduzierung der Geschwindigkeit verbunden, worin u.a. eine der Schwierigkeiten des anstehenden Anstiegs besteht. Viele Teilnehmer waren nicht auf das Bremsen vorbereitet und entsprechend dick unterwegs. Das Knallen der Ketten bei den notwendigen Schaltvorgängen war deutlich zu hören. Eine weitere Schwierigkeit sind langsamere Teilnehmer, die sich links oder mittig der Straße aufhalten. Die rechte Straßenseite ist oftmals leer.

Der Anstieg zu dem Hotel wirkt ein wenig wie eine Mauer, so steil ist es. Gott sei Dank ist es nur ein kurzes Stück. Ein Steigen aus dem Sattel zeigte, dass der Hinterreifen kaum Haftung hatte und ich mit durchdrehenden Hinterreifen ins Leere trat. Also in den Sattel, Zähne zusammenbeißen und einfach treten. Dieser Streckenabschnitt ist sehr gut besucht. Viele, viele Zuschauer stehen am Streckenrand und feuern die Radfahrer an oder brüllen diese einfach nach oben. Herrlich!!!

Nach Bergisch-Gladbach/Sand kommt der für mich anstrengendste Streckenabschnitt. Nämlich die Anfahrt zum Schloss Bensberg. Anstrengend wegen der sehr steilen Rampen, die in das berüchtigte Kopfsteinpflaster münden. Allerdings gibt es auch hier jede Menge Motivation und Anfeuerung durch die vielen Zuschauer. Nach dem Kopfsteinpflaster ist das Schlimmste geschafft. Nun geht es in Wellen über Forsbach nach Rösrath. Nach Bensberg gilt es, eine gute Gruppe zu finden, um nicht allein zu fahren. Die "Bensberger Abfahrt" habe ich fast allein vorgenommen, dessen ungeachtet habe ich in 100 Meter Entfernung voraus eine größere Gruppe ausmachen können. 100 Meter können auch schon mal lang werden: mit einem enormen Kampfwillen habe ich zusammen mit zwei weiteren Fahrern den Anschluss geschafft, das Loch zugefahren wie man so schön sagt.

Mit Tempo 60 geht es zur Rösrather Strasse und mit 50 Sachen über die Rösrather Strasse zurück nach Köln. Die Kölner Ortsteile Rath/Heumar, Neubrück, Ostheim Vingst und Kalk fliegen förmlich an mir vorbei. Über den Deutzer Ring wird das Ende der 68-km-Runde eingeleitet.

Der Deutzer Ring ist die Zufahrt zur Severinsbrücke. Über diese Brücke erfolgt die Anfahrt zur Zielgraden. Auch diese wird mit Tempo 35 genommen, die Kurve zum Rheinufer in voller Fahrt. Anschließend suche ich mir einen schnellen Windschatten und aus diesem heraus überquere ich mit über 50 Sachen (in der Ebene) die Ziellinie.

Fazit

Tja, jetzt fragt sich natürlich jeder, was aus Thomas und Klaus geworden ist. Bei ihrem Rennen war ich nicht dabei. Aber die beiden haben mit einem respektablen Resultat die Ziellinie überquert. Und das Rennen hat beiden so großen Spaß gemacht, dass nächstes Jahr am 02.06.2019 eine Fortsetzung folgt. Chapeau!!! 

Im Ergebnis habe ich für die 68-km-Strecke 1:49:06 h benötigt, bei einer gefahrenen durchschnittlichen Geschwindigkeit von 37,8 km/h. Ich habe von 2069 Teilnehmern den Platz 453, in der Altersklasse sogar Platz 97 von 661 erreicht. Das stellt das für mich bislang beste Ergebnis bei Rund um Köln dar. Das hört sich erst einmal nach nichts an, aber es waren nur 21% der Teilnehmer insgesamt schneller, in der Altersklasse habe ich mich sogar im oberen Sechstel einsortiert.

Dieses sehr gute Ergebnis habe ich auch deswegen erzielt, weil ich meinem Hobby ausgiebig frönen kann und dies auch mitgetragen wird.

Für das Mittragen und das Frönenlassen danke ich insbesondere meiner Frau!!!

Radsportfest mit Domblick
Radsportfest mit Domblick
Abholen der Startunterlagen
Abholen der Startunterlagen
Rheinauhafen Köln
Rheinauhafen Köln
Startunterlagen
Startunterlagen
Startaufstellung
Startaufstellung
Trio Infernale
Trio Infernale
Einschreibkontrolle Katusha Alpecin
Einschreibkontrolle Katusha Alpecin
Kurbelgranaten im Startblock
Kurbelgranaten im Startblock
Schildgen
Schildgen
Anstieg in Bergisch-Gladbach/Sand
Anstieg in Bergisch-Gladbach/Sand
Kopfsteinpflaster Schloß Bensberg
Kopfsteinpflaster Schloß Bensberg
Severinsbrücke
Severinsbrücke

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Eschborn/Frankfurt 2018

Meine diesjährige Frühjahrsvorbereitungen waren in Gänze auf den anstehenden Radklassiker in Frankfurt ausgerichtet. Bereits im vergangenen Jahr 2017 präsentierte sich der traditionsreiche Radklassiker im neuen Gewand. Die Aufnahme in den World-Tour-Kalender sowie die Anpassung der Strecken veränderten das Rennen vollständig, auch die der Jedermänner. Das hatte ich im letzten Jahr in Form der "Feldberg-Bezwingung" zu spüren bekommen. Daher bereitete ich mich im Frühjahr 2018 mit der Vorstellung, wieder über den Feldberg zu fahren, vor. Allerdings hatte ich bei der Anmeldung bereits bemerkt, dass die 80-km-Distanz nicht (mehr) angeboten wurde, stattdessen standen u.a 50 km oder 90 km zur Auswahl. Daher entschied ich mich für die 90 km, die identisch mit der im Vorjahr angebotenen 80-km-Strecke war, es wurde "nur eine kleine Schleife" hinzugefügt. Diese kleine Schleife sollte für mich eine böse Überraschung werden

Frohen Mutes ging es in Begleitung meiner Frau bereits am Vortag nach Eschborn. Die Startunterlagen waren in diesem Jahr ein wenig anders gestaltet. Mit der Startnummer wurde erstmals ein in der Startnummer integrierter "Einmal-Transponder" ausgegeben. Perfekt.

Der ausgegebene Startbeutel in Eschborn-Frankfurt ist nach meiner Ansicht übrigens jedes Mal der beste Startbeutel, den ich bislang erhalten habe: neben wirklich nützlichem Inhalt, wie z.B. ein Schlauchtuch, ist auch immer ein witziges Gimmick enthalten: diesmal war es ein Bremslicht von Sigma.

Die Wetteraussichten für den Renntag waren ebenfalls deutlich besser, als im Vorjahr. Trockenes und frisches, aber windiges Wetter versprach die Wetter-APP.

Die Vorhersagen hielten.

Startschuß

Bei kühlen 8 Grad fiel pünktlich um 08:45 h der Startschuß. Nach Ausfahrt aus dem engen Startbereich ging es im schönen Stadttrikot Bornheim zügig und im hohen Tempo nach Frankfurt. Zeitweise las ich von meinem Garmin Edge 810 eine gefahrerene Geschwindigkweit von 55 km/h ab. Hammer. Allerdings kam der teils kräftige Wind von hinten. Die Fahrt auf meinem Canyonbike durch das Frankfurter Bankenviertel war wie immer beeindruckend. Die Innenstadt ist bereits am frühen Morgen mit Zuschauern, die freundlichen Applaus gaben, belebt. Vorbei an der Alten Oper, die das Ziel der Profis ist, ging es in den Taunus. Jetzt mit Gegenwind.

Ich fand eine gute Gruppe und hatte ein gutes Gefühl für das Rennen. Bis Frankfurt hatte ich mich von Gruppe zu Gruppe vorgearbeitet. Kurz vor Bad Homburg entschied ich mich, aus meiner "gefundenen" Gruppe auszureißen um eine weiter vorrausfahrende Gruppe zu erreichen. Das hätte ich besser gelassen. Ich erreichte die Gruppe zwar, hatte allerdings anschließend das Gefühl, ein wenig übertrieben zu haben. Bis zu diesem Zeitpunkt wies mein Garmin ein gefahrenes Stundenmittel von 37,8 km/h aus. Sehr guter Wert.

Teampräsentation

Während ich auf den Weg zum Feldberg war, vertrieb sich meine Frau auf dem Veranstaltungsgelände ein wenig die Zeit. In dieser Zeit fand u.a. das Einschreiben der Elite mit anschließender Teampräsentation statt. Von der Präsentation hat meine Frau schöne Fotos gefertigt.

Der Große Feldberg

Nach Durchfahrt des Ortes Oberursel ging es durch das "Tor zum Feldberg". Das ist meine persönliche Bezeichnung und markiert am Kreisverkehr Hohemarkstrasse/L 3004 genau den Beginn der Klettersequenz. Ab hier mussten 554 HM auf 11,04 km zum "Gipfel" des Großen Feldberges bewältigt werden. Die ersten 5 km bis zur "Schleife" waren noch sehr moderat, dann kamen knüppelharte 6 km. Irgendwo zwischen 5% und knappen 10%-Steigungen, wobei mit zunehmender Höhe die Steigung ebenfalls zunahm. Mit jedem Meter brannten die Beine mehr, die gefahrene Geschwindigkeit sank auch rapide. Während des gesamten Anstieges wurde ich gefühlt von allen Teilnehmern überholt. Mir wird es immer ein Rätsel bleiben, wie es einige schaffen, in einem so hohen Tempo den Berg zu erklimmen.

Während des Antiegs machte sich nach und nach mein Rücken bemerkbar. Es wurde letztendlich so schmerzhaft, dass ich kurz vor der Aufgabe stand.

Irgendwie erreichte ich mit zusammengebissenen Zähnen den Gipfel (ich zog innerlich den Hut vor den Profis, die während der Tour deutlich schwierigere Anstiege zu bewältigen haben) und nun ging es auch genauso steil wieder bergab. 

Während der Abfahrt machten sich nun beide Oberschenkel mit starken und schmerzhaften Krämpfen bemerkbar. Ein Innehalten der Pedalbewegung führte sofort zu einem Krampf des gesamten Oberschenkelmuskels. Also trat ich einfach weiter in die Pedale und hoffte darauf, dass der Krampf sich löste. Und es ging ja bergab, wobei nur noch 30 km Strecke vor mir lag. Allerdings war bei Tempo 70 km/h ein Krampf beider Oberschenkel nicht dazu angetan, die Abfahrt zu genießen.

Ruppertshain

Der Hammer kam allerdings nur ein wenig später. Bei km 66 ging es kurz vor Ruppertshain an die zweite Bergwertung (eingangs erwähnte böse kleine Überraschung), die es im vorherigen Jahr nicht gegeben hat: nur 1,2 km, dafür allerdings mit in der Spitze 15,4% steilen Steigung. Wie eine Mauer ragte der Weg regelrecht vor mit auf. Nun war Feierabend mit den Beinen. Mit je einem schmerzhaften Vollkrampf in den Beinen musste ich anhalten und die Beine entkrampfen. Es ging einfach nicht mehr. Nach ca. 4 Minuten fuhr ich weiter, allerdings war auch mein Akku leer. Den restlichen Anstieg habe ich irgendwie geschafft, ebenso wie ich irgendwie das Ziel erreicht habe, immerhin noch mit einem 35er Schnitt auf den letzten 20 km!!!. Allerdings war selbst der letzte Mini-Anstieg in Kelkheim eine reine Qual.

Fazit

Ich habe trotz der Schwierigkeiten im Schnitt besser als im Vorjahr abgeschnitten, ich fühlte mich auch besser trainiert und vorbereitet.

Von 1333 Teilnehmern habe ich Platz 381 erreicht, in meiner Altersklasse Platz 85 von 380. Das Stundenmittel von 29,2 km/h ist zwar nicht berauschend, aber in Eschborn wird wohl auch ein Mittel von über 30,0 km/h für mich nur schwer zu erreichen sein. Bis zum kommenden Jahr wird der Rücken ebenfalls seine Trainingseinheiten bekommen. Es wird dringend Zeit.

EIne kleine Geschichte aus dem Leben: nach Abreise mussten wir auf dem Weg zur Autobahn einige Minuten an einer Strassensperre (Radrennen der U23) auf die Freigabe durch die Polizei warten. Nach erfolgter Freigabe sprang das Auto (wegen defekter Batterie) trotz Starthilfe nicht mehr an. Der ADAC konnte uns ebenfalls wegen der errichteten Sperren nicht erreichen, so dass wir die Durchfahrt der Elite noch in Eschborn erleben durften. Anschließend machte der ADAC uns wieder flott und Eschborn-Frankfurt 2018 war dann doch Geschichte.

Insgesamt bleibt Eschborn-Frankfurt für mich eine große Herausforderung, der ich mich auch zukünftig stellen werde!!!

Bora hansgrohe mit P. Ackermann (1.v.l.) und E. Buchmann (2.v.r.)
Bora hansgrohe mit P. Ackermann (1.v.l.) und E. Buchmann (2.v.r.)
UAE Emirates mit A. Kristoff (1.v.r.)
UAE Emirates mit A. Kristoff (1.v.r.)
Sunweb mit M. Matthews (1.v.l.) und M. Wahlscheid (1.v.r.)
Sunweb mit M. Matthews (1.v.l.) und M. Wahlscheid (1.v.r.)
Katusha mit R. Zabel (1.vl.)
Katusha mit R. Zabel (1.vl.)
M. Kittel
M. Kittel
"La Hanka"
"La Hanka"
unmittelbar nach dem Startschuß
unmittelbar nach dem Startschuß
Bad Homburg
Bad Homburg
Zieleinfahrt
Zieleinfahrt
Zielfoto
Zielfoto

alle Teilnehmer-Fotos wurden von der Bildageentur SportOnline gefertigt

 

weitere Fotos unter auf meiner Fotoseite


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Münsterland Giro 2017

Der Münsterland Giro ist für mich seit dem vergangenen Jahr der letzte Wettkampftermin des Jahres. Dieser "späte" Renntermin im Oktober hat den für mich positiven Nebeneffekt, dass ich mich mehr oder weniger zwinge, die im Sommer erworbene Fitness zu bewahren. Das heißt im Klartext: ich muss regelmäßig und fleißig trainieren. Das macht Spaß, aber ein wenig Druck tut auch ganz gut.

Für mich ist es die zweite Teilnahme beim Giro. Die Strecken des Münsterland Giro sind jedes Jahr andere, die sich erst nach mehreren Jahren wiederholen. Daher sind die Routen 2017 für mich neu. 

Ich habe mich für den Münsterland Giro schon frühzeitig angemeldet, für die Kurzstrecke über 65 km. Das Streckenprofil wies allerdings nicht wirklich viel Höhenmeter aus, so dass ich die 65 km bereits bei der Anmeldung für zu kurz hielt. Für mich zumindest.

Anfang September 2017 habe ich die Startzeit des 65-km-Rennens erfahren. Um 08:10 h!!! Diese frühe Startzeit in Verbindung mit den Frühstückszeiten des Hotels schrieen förmlich nach einer Strecke mit späterer Startzeit. Also schwups: Ummeldung auf die 95-km-Strecke. Nun geht es "erst" um 08:50 h los, verschafft mir aber ganze 40 Minuten mehr Frühstückszeit. Und die 95 km im Rennmodus sind eine kleine Herausforderung. So wird der Münsterland Giro 2017 zu einem richtigen Highlight 2017. Ich freue mich jedenfalls auf Münster.

Kurz vor dem Rennen sahen die Wetterprognosen mehr als bescheiden aus. Es schien, als wäre mein Rennsportjahr 2017 von widrigen Bedingungen geprägt: Frankfurt und Hockenheim im strömenden Regen, Köln bei sehr heißen Temperaturen. Aber es blieb trocken und wurde sogar ein recht freundlicher Tag, zumindest in Münster. Im restlichen Nordrhein-Westfalen regnete es stellenweise Hunde und Katzen.

Die 95-km-Strecke führte zum größten Teil durch den Kreis Warendorf. Die Strecke war sehr flach und führte zum größten Teil über Land. Dieses Streckenprofil beinhaltet dennoch eine Schwierigkeit, dazu gleich.

Vom Start an ging es direkt los. Wie bei jedem Rennen suchte jeder Teilnehmer seinen Platz, entweder allein oder mit seiner Gruppe.

Ich startete aus dem Startblock C. Vor mir starteten die Blöcke A und B mit jeweils ca. 400 Teilnehmern in einem Abstand von zwei Minuten. 

Ich schob mich nach dem Start um 08:54 h in den vorderen Bereich meines Starterfeldes. So fuhr ich auf den ersten 10-20 km Gruppe um Gruppe nach vorne. Die Strecke führte schnell aus Münster heraus aufs Land. Das Problem beim Überlandfahren ist jedoch, dass man allein kaum in der Lage ist, einer Gruppe davon zu fahren. Das ist zumindest ein sehr kräfteraubender Akt. Allerdings fuhren zu Beginn die einzelnen Fahrerfelder jeweils auf Sichtweite, so dass zu diesem Zeitpunkt ein "Nach-Vorne-Streben" noch möglich war. Dies kostete zwar Kraft, da der Gruppenwechsel teilweise im Sprintmodus durchgeführt werden musste, aber es war wichtig nicht zu früh in einem Fahrerfeld "gefangen" zu sein, weil ein weiteres Vorfahren allein nicht mehr möglich ist.

Nach ca. 10-20 km war dann ein weiteres Nach-Vorne-Kämpfen auch nicht mehr möglich, da noch einige Kilometer vor mir lagen und eine weitere Gruppe nicht in Sichtweite war. Ich hatte die Wahl zwischen einer Totalverausgabung und dem einhergehenden Risiko eines Rennabbruchs oder dem Verweilen in der nun gefundenen Gruppe. Diese war zunächst ca. 20 Sportler groß, wuchs während des Rennens auf ca. 100 Teilnehmer an: ein Peloton ist immer schneller als einzelne Fahrer, d.h. "mein" Peloton sammelte einzelne Fahrer regelrecht auf.

Im Peloton muss man immer ein wenig aufpassen, zum einen auf die Fahrweise einzelner, die sich ein wenig unsicher im Feld bewegen. Zum anderen ist aber viel wichtiger, dass keine "Löcher gefahren" werden. Es gibt immer Situationen, dass ein Teil des Fahrerfeldes sich vom Hauptfeld lösen kann, weil nachfolgende Fahrer nicht aufpassen. Hier besteht die Gefahr, dass der Windschatten davon fährt. Das ist in einem Überlandrennen fatal.

Grundsätzlich hatte ich zu jeder Zeit das Gefühl schneller fahren zu können. Wie viel schneller weiß ich nicht, ich habe es nicht probiert.

So ging es bis 30 km vor dem Ziel durch die münsteraner Landschaft. Einzelne Fahrer wurden bereits unruhig. 

20 km vor dem Ziel verstärkte sich die Unruhe deutlich.

10 km vor Ende: viele Fahrer wollten in die erste Reihe, das Peloton wurde schneller. Die höhere Geschwindigkeit hätte ruhig früher gefahren werden können.

5 km vor dem Finish erreichten wir das Stadtgebiet von Münster, die Unruhe war regelrecht greifbar. Ich richte mich selbst nach einem offensichtlich rennerfahrenen Sportler (unteres Bild rechts vorne) aus und blieb an seinem Hinterrad.

1000 m vor dem Ziel fuhr ich im scharfem Tempo (ca. 40 km/h) in der dritten Reihe und wartete auf den Moment explodieren zu können.

500 m vor dem Ziel fuhr ich an, ich fuhr im Windschatten der ersten Reihe, die allerdings noch nicht beschleunigte. Also legte ich 400 m vor dem Ziel alles was ich hatte, in die Pedale. Als dritter des Pelotons, gefühlt auf dem Treppchen, kam ich ins Ziel. Leider war ich mit einem offiziellem Schnitt von 35,87 km/h mit einer Zeit von 02:38:56 h nur auf Platz 556, in meiner Altersklasse auf Platz 157 und damit wieder fett in die Punkte.

Fazit: die Radsportbegeisterung im Münsterland ist definitiv vorhanden. An der Strecke standen an vielen Orten große Mengen an Zuschauer und feuerten die Jedermänner an. Das war schön und hat Spaß gemacht, so dass der Münsterland Giro 2017 in sehr guter Erinnerung bleibt.

vorbereiteter Renner für Münsterland Giro 2017
vorbereiteter Renner für Münsterland Giro 2017
Startblock C Münsterland Giro 2017
Startblock C Münsterland Giro 2017
Startbereich Münsterland Giro 2017
Startbereich Münsterland Giro 2017
Start Münsterland Giro 2017
Start Münsterland Giro 2017
Fotomotorrad, ca. 20 km nach dem Start
Fotomotorrad, ca. 20 km nach dem Start
Maisfelder bei Münster, ca. 20 km bis Ziel
Maisfelder bei Münster, ca. 20 km bis Ziel
ca. 15 km vor dem Ziel
ca. 15 km vor dem Ziel
Zieleinfahrt Münsterland Giro 2017
Zieleinfahrt Münsterland Giro 2017

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Rund um Köln 2017

Dritte Teilnahme in Folge. Die Teilnahme bei "Rund um Köln" hat somit mich Tradition!!!

Dieses Jahr scheinen die Rennen, an denen ich teilnehme, unter erschwerten Bedingungen stattzufinden. In Frankfurt hat es wie aus Eimern geregnet, in Hockenheim wurde das Rennen wegen der vielen Unfälle und Verletzten abgebrochen, der erneute Start fand bei Unwetter statt. In Köln wurden für das Rennen 30 Grad Celsius erwartet.

 

Und es wurde heiß. Sowohl von den Temperaturen, als auch vom Rennen.

 

Leider hatte ich vor dem Rennen aus privaten Gründen nicht viel Gelegenheit, meinen guten Trainingszustand von Hockenheim zu erhalten. Ich habe das letzte Mal zwei Wochen zuvor auf dem Rad gesessen. Entsprechend schlecht war mein Gewissen.

 

Mein Minimalziel hieß unter 2 Stunden bleiben. Dieses Ziel werde ich für mich wohl jedes Mal vor einer Teilnahme bei "Rund um Köln" formulieren. Weiterhin wollte ich zumindest in die Altersklassenpunkte fahren.

Zu guter Letzt hatte ich die Vorjahreszeit von 01:54:00 h auf dem Fokus. Es wäre schon toll, wenn wieder ein oder zwei Minuten auf der Straße gewonnen werden könnten.

 

Zumindest ging es für mich aus dem Startblock B in den Wettkampf.

Und es ging ab wie die Feuerwehr. Unmittelbar hinter der Startlinie ging der komplette Startblock A (hochtrainierte und ambitionierte Amateure) mit Vollgas die Strecke an, in diesem Windschatten flog der Startblock B förmlich durch den Rheinufertunnel. Mit über 50 Sachen ging es direkt über eine der gefährlichsten Streckenpassagen. Die Warnungen des Veranstalters waren vielen Sportlern gar nicht präsent, hier hieß es: Obacht, Bekloppte unterwegs.

Es dauerte natürlich nicht lange, bis ich den ersten Unfall erleben musste. Noch im rechtsrheinischen Kölner Stadtgebiet gab es im meinem Umfeld den ersten schweren Sturz.

 

Bis Odenthal war das Rennen sehr ambitioniert. Mit einem 39er Schnitt und hohem Puls kurz vor meiner Leistungsgrenze, also schon ziemlich durch, erreichte ich den Ort. Bis dahin habe ich mit meiner Truppe zusammenbleiben können. Den ersten moderaten Anstieg bei Schildgen konnten wir gemeinsam bewältigen. Unmittelbar nach Odenthal erfolgte der Anstieg nach Bechen. Hier trennte sich die Spreu vom Weizen. Über einen anfänglichen 10%-Anstieg ging es langgezogen über verschiedene Steigungsgrade nach Bechen. Es ist mir immer wieder schleierhaft, mit welcher Geschwindigkeit viele Radfahrer der Höhe entgegenstreben.

 

Nach diesem Anstieg finden sich in der Regel die leistungsgleichen Gruppen. Nach Bechen geht es über Spitze hinunter zu dem berüchtigten Anstieg in Sand, zum Privathotel Bremer. Dieser Anstieg ist kurz und knackig, dennoch sehr schwer. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die vielen vielen Zuschauer, die einen nach oben brüllen. Motivation ohne Ende, Emotionen pur.

Nach einer kurzen progressiven Erholungsphase geht es an den für mich schlimmsten Anstieg der Rundfahrt: Schloss Bensberg. Schlimm deswegen, da er lang gestreckt über mehrere Rampen mit hohen Steigungswerten in ein Kopfsteinpflaster mündet. Und es stecken 45 km in den Knochen. Das alles vor traumhafter Kulisse, mit einer Zuschauerdichte, die einzigartig im Amateurbereich ist. Es ist der Hammer!!!

 

Die anschließende Abfahrt nach Forsbach und Rösrather Straße ist mehr oder weniger ein Selbstläufer. Allerdings sind die Straßenverhältnisse gewohnt schlecht, die Verfassung vieler Teilnehmer nicht mehr die Beste. Hier heißt es wieder aufpassen.

 

Im Kölner Stadtgebiet wird das Rennen noch ein Zacken schneller. Es ist nicht mehr weit bis zum Ziel, über die Rösrather Straße, Kapellenstraße und Kalker Hauptstraße fliegen wir im Peloton der Severinsbrücke entgegen. Ein letzter kleiner Anstieg auf den Brückenkopf, Brücke runter, Rheinuferstraße und Ziel. Geschafft!!!

 

Zwei meiner Ziele erreicht: mit 1:56:59 h bin ich unter zwei Stunden geblieben, habe Platz 146 in meiner Altersklasse erreicht und somit deutlich in die Punkte gefahren. Allerdings habe ich meine Vorjahreszeit nicht gehalten. Aber bei den heißen Temperaturen war 2017 nicht mehr drin. Nächstes Jahr vielleicht.

Start- und Zielbereich am Harry-Blum-Platz, Rheinauhafen in Köln

Startschuss zum 101. Rennen von "Rund um Köln"

Start der 101. Auflage von "Rund um Köln"

Anstieg Bechen

Anstieg Sand, dort bis 14% in der Spitze

Anstieg in Bensberg

nach dem Anstieg in Bensberg

Zieleinfahrt am Harry-Blum-Platz


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Circuit Cycling 2017

Radrennen auf einer Motorsportstrecke? Klingt merkwürdig, gibt es aber trotzdem. Allerdings merkwürdig im Sinne von "würdig gemerkt zu werden". Genau dies habe ich getan. Je länger ich darüber nachdachte, desto stärker wurde der Wunsch es einmal auszuprobieren.

Welche Gründe sprechen für ein Radrennen auf einem kleinen Motorsportrundkurs? Es ist doch langweilig, im Kreis zu fahren. Stimmt. Aber es gibt einen besonderen Reiz: nämlich den der puren Dynamik. Nirgendwo kann ich konstant schneller mit dem Rad fahren als auf einer glatten und flachen Straße. Hier zählt der Speed und die Ausdauer, diese Geschwindigkeit über eine längere Zeit halten zu können.

Nach einem Blick in die Terminliste erfolgte die Anmeldung beim Circuit Cycling Hockenheim. 60 km bei Vollgas, immer knapp an der Sauerstoffgrenze. Praktisch ein langes Zeitfahrkriterium.

Die Anfahrt zum Hockenheimring war gut beschildert und ist daher einfach. Ich durfte mit meinem Auto bis in den Paddock, dem Fahrerlager, fahren. Wann erhält man dazu die Gelegenheit?

In Hockenheim ist alles sehr konzentriert an einem Ort gehalten. Das macht die Wege kurz und erleichtert die Übersicht. Und es war faszinierend, einmal durch die Boxengasse im laufenden Rennbetrieb (vor dem Radrennen fand ein Motorradrennen statt) gehen zu können. Natürlich überhaupt kein Vergleich zu dem, was bei einem Formel1-Rennen im Fernsehen zu sehen ist.

Nach dem Aufwärmen ging es in den Startblock. Zuerst wurden die Teilnehmer der 120-km-Distanz zum Start gebeten. Drei Minuten danach wurde der 60-km-Lauf gestartet. 

Unmittelbar nach dem Start ging es sofort zur Sache. Bereits in der ersten Rechtskurve (Nordkurve) wurden die Positionen verteidigt, Kampflinie gefahren und richtig Tempo gemacht. Die langezogene Parabolika wurde im "Peloton" mit über 50 Sachen durchfahren. Einzig vor der Spitzkehre wurde gebremst, der Rest des Kurses wurde mit Volldampf befahren.

Nach der ersten Runde stand ein 42er Schnitt auf meinem Garmin.

Bei der zweiten Runde gab es den ersten schweren Unfall kurz nach der Ziellinie. Mehrere Teilnehmer undd ihre Räder lagen verkeilt auf dem Boden. Bei der Vorbeifahrt hörte man die Biker schimpfen, natürlich auf andere.

Der Durchschnitt nach der zweiten Durchfahrt betrug 41 km/h. Zu Beginn der dritten Runde wurde mein Feld von der Spitzengruppe des 120-km-Feldes überholt.

 

Es war mehr ein Überrollen. Und es wurde eng, sehr eng auf der eigentlich breiten Fahrbahn.

Diese Gruppe von Semi-Profis oder angehenden Profis flog förmlich an uns vorbei, die Fahrer machten Dampf.

Diesen "Profi-Windschatten" wollte ich nicht einfach ziehen lassen. Leider hatte ich nur die Kraft, diesem Windschatten bis zur Südkurve zu folgen. Eben Profis oder solche, die vielleicht das Zeug dazu haben. Schließlich fuhr mir der Windschatten davon und ich wurde von meinem Feld wieder eingeholt.

Zwischendurch passierten immer wieder Unfälle, bei denen zwei bis drei Biker zu Boden gingen. Grund war oft Unkonzentriertheit der Teilnehmer, manchmal auch fehlende Erfahrung.

Während der sechsten Runde ereignete sich in der Parabolika ein so schwerer Unfall, daß das Rennen abgebrochen wurde. Die Strecke wurde vom Streckenwart des Hockenheimrings gesperrt, da ein Verunfallter mit dem Hubschrauber in die Klinik geflogen wurde.

Alle Teilnehmer (mein Schnitt 38,7 km/h, und damit meine bisherige Bestleistung) wurden in der Boxengasse gesammelt. In der einstündigen Pause folgte die Entscheidung, daß die bisherigen Runden nicht gewertet werden und nach Streckenfreigabe ein Neustart über eine verkürzte Distanz (6 Runden) erfolgt. Schade, schade. Denn nun ist mein einziger Vorteil futsch, den ich als älterer Fahrer der Klasse Master3 habe: meine Ausdauer.

Während der Pause regnete es "Hunde und Katzen", so dass der Neustart auf regennasser Fahrbahn erfolgte. Kurz nach dem Neustart zog ein Unwetter an der Rennstrecke vorbei. Im Westen konnte während der Anfahrt zum Motodrom ein pechschwarzer Himmel, durchzogen von Blitzen, ausgemacht werden. Mit der Kulisse Hockenheimring sah dies sehr geil aus. 

Die sechs Runden (ca. 28 km) wurden von allen Teilnehmern wegen des immer wieder einsetzenden Regens, wegen der regennassen Fahrbahn deutlich verhaltener angegangen. Ich schaffte immerhin einen Schnitt von 37,9 km/h mit einer Endzeit von 0:43:43,9 h. Mein persönlicher dokumentierter Rekord. Durch die kurze Distanz, welche letztlich zweimal gefahren wurde, war das Rennen eher ein längeres Zeitfahren. Nur beim ersten Mal wußte ich nichts darüber. Ich hätte gerne meine Ausdauer und mein Stehvermögen bei einer längeren, dennoch ohnehin eigentlich kurzen Distanz von 60 km) ) in die Waagschale geworfen.

Resumee: die vielen Stürze haben gezeigt, wie gefährlich der Radsport ist. Die Länge des Kurses ist zu kurz für alle Teilnehmer beider Rennen, ein getrenntes Rennen wäre deutlich besser.


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Eschborn/Frankfurt 2017

Das traditionsreiche Eintagesrennen hat im Laufe des vergangenen Jahres einen neuen "Look" verpasst bekommen. Losgelöst vom German Cycling Cup wird das Rennen Eschborn-Frankfurt "Rund um den Finanzplatz" nun als World-Tour-Rennen ausgetragen. Für den Radsportfan ein Gewinn, da sich die Dichte der Stars durch die Aufnahme in den Tourkalender deutlich erhöht hat. 

Die Neugestaltung des Rennens hatte zur Folge, dass meine bevorzugte Renndistanz nun auch über den großen Feldberg (855 HM) ging. Ein Blick auf das Streckenprofil ließ mir die Knie weich werden: im Rennen wartete ein permanenter Anstieg von ca. 16 km Länge mit nahezu 550 HM ohne nennenswerte Erholung. Zwischendurch immer wieder 10%-Rampen.

Naja, hoch kommt man irgendwie immer. Fraglich ist nur, welchem Zustand anschließend die Beine haben. Und vor allem wie schnell. Allerdings ist der große Feldberg eine schöne Herausforderung. Entsprechend zuversichtlich fuhr ich somit nach Eschborn. 

Eine Streckenbesichtigung am Vortag des Rennens bestätigte meine Befürchtungen. Die Anfahrt zum großen Feldberg war lang und zum Teil sehr steil. Zum Fürchten. Zumindest für mich.

Die Organisation der Startnummernausgabe und des Rennens finde ich gut gelöst. Alles, von Ausgabe der Startunterlagen bis hin zu den ausgestellten Angeboten im Form des Radsportfestes, ist örtlich zentral gelegen und fußläufig erreichbar. Ein Transfer von Ausrüstungsgegenständen, wie zum Beispiel in Münster, ist nicht erforderlich.

Zum Rennen: wie bereits gesagt war die Herausforderung dieses Rennens für mich der Feldberg.

Das Wetter war nicht wirklich gut vorhergesagt, zumindest sollte es gemäß der Aussichten bis 14:00 h trocken bleiben.

Bis dahin hätte ich die Strecke auf jeden Fall bewältigt.

Bei trockenen und kalten Wetter ging es schließlich an den Start. Vor dem Start entschied ich mich kurzfristig, meine Winterjacke unter dem Stadttrikot Bornheim zu tragen. Gott seid Dank.

Eine kleine Anekdote am Rande: ich wurde tatsächlich von einem Ehepaar zu dem Trikot angesprochen. Sie haben den Werbeaufdruck erkannt und sich heimisch gefühlt: das Ehepaar kam aus Bornheim.

Nach dem Start ging es im Hochgeschwindigkeitstempo nach Frankfurt, durch das Bankenviertel und von dort nach Bad Homburg (v.d.H.). Bei Einfahrt in Bad Homburg hatte ich nach 30 km einen Schnitt von über 41 km/h (!!!) auf dem Tacho. Das dieser Schnitt nicht zu halten war, dachte ich mir schon. In guter Verfassung ging es weiter nach Oberursel. Ab Oberursel dann aber nur noch bergauf. Und wie. Was in Oberursel noch zum Spaß war, änderte sich ab dem "Einstieg" zum Feldberg. Ganze 11,5 km permanenter Anstieg ohne nennenswerte Erholung. Teilweise in 10%-Rampen, vereinzelt auch 15%. Ich habe noch nie jeden Meter runtergezählt. Ich weiß nicht wie andere es schaffen, einen Berg schneell hoch zu fahren. Gefühlt bin ich beim Anstieg vom ganzen Feld mit deutlich höhrerer Geschwindigkeit überholt worden.

Während des Anstiegs setzte der Regen ein. Völlig durchnässt und erschöpft erreichte ich mit explodierenden Beinen den Gipfel, um anschließend bei strömenden Regen an die Abfahrt zu gehen. Es ging steil abwärts, bei Regen ohne wirkliche Bremswirkung mit meinen guten Felgenbremsen an den Cosmic Carbon (ich habe das erste Mal ernsthaft über Scheibenbremsen nachgedacht). Bei 70 km/h und nasser Fahrbahn, schlechter Sicht, hatte ich tatsächlich Angst vor jeder Kurve. Alle Rennfahrer fuhren allerdings sehr diszipliniert und vorsichtig die Abfahrten bis nach Königsstein. Bis dahin war für alle der Renngedanke nur nebensächlich. 

Letztlich kam ich mit einer Zeit von 02:45:46 h als 412. von 1300 ins Ziel. Durchschnitt 29,03 km/h. Zunächst war ich gar nicht zufrieden, anschließend aber doch:

ich gehöre nun zu den Feldbergbezwingern. Darauf bin ich schon ein wenig stolz.

Übrigens: zu den Rennen werde ich regelmäßig von meiner Frau begleitet, meinem größten und treuesten Fan! Viele der Fotos wurden von meiner Frau geschossen.


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Münsterland Giro 2016

Eine schöne Gelegenheit sich auf die sympathische Stadt Münster ein zulassen. Münster ist tatsächlich eine Reise wert. Hier gibt es viele schöne und interessante Dinge, wie Schloß Münster und Schloßpark, Botanischer Garten, Principalmarkt, St-Paulus-Dom sowie der Aasee zu entdecken. Ganz zu schweigen von dem studentischen Nachtleben in der Münsteraner Altstadt.

Das Rennen startete morgens sehr früh um 08:45 h. Da der Start in der Nähe der Mensa am Ring startete, musste ich mich frühzeitig auf dem Weg zum Startbereich machen. Der größte Nachteil in Münster ist in meinen Augen, daß Start und Ziel zu weit auseinander liegen. Es gibt keinen Transfer von Ausrüstungsgegenständen, wie zum Beispiel warme Sachen oder ähnliches. Schließlich ist es gegen 08:00 h Anfang Oktober doch recht frisch, so dass ich nicht nur in dünner Radbekleidung zum Startbereich gegangen bin. Gott sei Dankl habe ich meine Frau als "Betreuerin" immer an meiner Seite, so dass der Transfer gewährleistet ist. Der Zielbereich am schönen Schloß entschädigt mich zumindest ein wenig.

Das Rennen startete wegen der nassen und rutschigen Strassen ein wenig verhalten. Zu Beginn war es stellenweise stark nebelig, die Sicht war mehr als bescheiden. Wäre vor mir ein Unfall passiert, ich hätte es erst nach einem Sturz gesehen!!!

Es waren gute Gruppen unterwegs. Ich habe mich Gruppe für Gruppe nach vorne

Start LBS-Cup im Münsterland Giro
Start LBS-Cup im Münsterland Giro

gearbeitet und letztendlich wieder eine große Formatuion gefunden, mit der ich mithalten konnte. Die "Arbeit" wurde geteilt, jeder zog als Führender den Rest Das klappte super. Und es war schnell. In diesem Rennen habe ich meine schnellsten 40 km überhaupt geschafft: 1:00:31 h mit einem Stundenmittel von 39,7 km/h. Hammer!!!

Bei diesem Rennen habe ich insgesamt meinen schnellsten Schnitt geschafft: 01:57:57 h mit einem 36,64er Schnitt. Das ist für mich absolut top!!!

Ich freue mich auf jeden Fall auf den nächsten Giro im Oktober 2017.


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Auf der Spur der Tour in Düsseldorf 2016

Tunneleinfahrt unmittelbar nach dem Start
Tunneleinfahrt unmittelbar nach dem Start

Mit großer Begeisterung wurde die Bekanntgabe des Grand Depart der Tour de France 2017 in Düsseldorf aufgenommen. Unter dem Motto "Auf der Spur der Tour" lud der Veranstalter zu einem Test (der eigenen Abläufe unter Realbedingungen) der ersten 50 km der 2. Etappe der Tour 2017.

Start "Auf der Spur der Tour"
Start "Auf der Spur der Tour"

Eigentlich hatte ich geplant, die Veranstaltung, welche auf zwei Runden je 42 km angelegt war, ruhig angehen zu lassen, um mir die Strecke anzusehen. Schließlich wollte ich vor Ort herausfinden, an welcher Stelle die Tour 2017 miterlebt werden kann. So weit der Plan. 

Allerdings sind Pläne nur so lange gut, wie sie funktionieren. Bei diesem Rennen funktionierte mein Plan ganze 30 Sekunden, zumindest gefühlt.

Sofort nach dem Start ging es in den Tunnel unter der Düsseldorfer Altstadt nach Grafenberg.

Tunneleinfahrt unmittelbar nach dem Start
Tunneleinfahrt unmittelbar nach dem Start

Das Tempo war sofort sehr, sehr hoch. Für mich eigentlich zu schnell.

Ich fand eine Gruppe von sehr ambitionierten Freizeit-Radrennfahrern, welche von einem Semi-Profi gezogen wurden. Dieser sammelte immer wieder die Gruppe ein und forcierte das Tempo. Die erste Runde konnte ich mit einem für mich fantastischen Stundenmittel von 38 km/h beenden.

Nach ca. 50 km bei diesem Tempo und der dritte Anstieg (wieder in Grafenberg) musste ich die Combo ziehen lassen. Meine Beine haben ihren Dienst beendet, alle Muskeln haben zu gemacht, nichts ging mehr. Auch meine Liquids halfen nicht, zumindest merkte ich nichts davon. 

Ich habe das Rennen mit einem 34er Schnitt über die Ziellinie gerettet. Mit Krämpfen in beiden Oberschenkeln, aber stolz durchgehalten zu haben. 

 

Allerdings gilt: wer schnell schnell fährt, fährt schnell langsam. Ich habe es am eigenen Leib erfahren


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Rund um Köln 2016

Start/Ziel Rund um Köln 2016
Start/Ziel Rund um Köln 2016

Die Zeit des Vorjahres war das Ziel für die 100. Auflage des Rennes, nein nicht die Zeit zu bestätigen, sondern die Zeit, wenn möglich, deutlich zu unterbieten. Die Vorbereitungen, inklusive Streckenbesichtigung, wurden motiviert absolviert, 5 kg Körpergewicht verloren, kurzum: ich fühlte mich fit wie Turnschuh.

Das Rennen lief anfangs sehr gut, gefühlt fuhr ich vorne mit, die "gefundene" Gruppe war super. Mit einem 40er Schnitt kam ich in Odenthal an. Und dann kam die erste echte Steigung. Und zack, waren der schöne Speed und das gute Gefühl wie weggeblasen. Innerhalb kürzester Zeit am Limit habe ich den Anstieg bewältigt. Ich aber glaube nicht, dass irgendwo noch etwas ging. Und schließlich lagen die tückischen Anstiege in Sand und Bensberg noch vor mir, heißt ich musste ein wenig mit meiner Kraft haushalten. Sand ist mit bis zu 15%-Steigung einfach nur steil, in Bensberg gibt es zu einer an sich moderaten Steigung ein grobes Kopfsteinpflaster. Nach diesen Steigungen hieß es dann, die verbleibenden Hubbel auf dem Weg nach Forsbach wegzudrücken, um westlich an Rösrath vorbei nach Köln zurück zu fahren. Hier werden auch schon mal Geschwindigkeiten von 60 km/h in der Gruppe erreicht. Nach dem Eintauchen ins Kölner Stadtgebiet bei Rath/Heumar wird der "Startschuss" der letzten 10 km gegeben. Dann wird alles rausgehauen, was noch da ist. Um am Ende an der Ziellinie steht die Zeit: 1:54:00 h. Bei einem Schnitt von knapp 36 km/h. Mehr war bei mir nicht drin.

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Eschborn/Frankfurt - Rund um den Finanzplatz 2016

Eschborn / Frankfurt 2016
Eschborn / Frankfurt 2016

Die Teilnahme bei diesem Rennen war meine erste in Frankfurt. Dabei liegt Frankfurt quasi um die Ecke. 

Da es das erste Rennen im Jahr war, nahm ich mir vor, es ruhig angehen zu lassen. Zumal ich die Strecke nicht wirklich kannte. 

Wie immer sind Pläne nur gut, wenn sie funktionieren, bzw beachtet werden. Die Gruppe, mit der ich gestartet bin, legte verhalten los, so daß ich dachte, mich bei einem Klappradrennen verirrt zu haben. Also kämpfte ich mich von Gruppe zu Gruppe nach vorne, bis ich mein Leistungsniveau erkannte. Dabei hatte ich das Glück eine kleine Gruppe mit 5 anderen Rennern zu finden, mit denen ich das Rennen zu Ende fuhr. Und auf einen für mich beachtlichen 178. Platz von über 1000 Teilnehmern landete (2:04:59 h mit 33,99 km/h).

Einzig der starke Wind (Böen bis Windstärke 7) aus nördlicher Richtung war der einzige Wermutstropfen. 

Impressionen am Mainufer, Höhe Eiserner Steg

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Rund um Köln 2015

Blick von Schloß Bensberg
Blick von Schloß Bensberg

Rund um Köln 2015 habe ich erstmals nach 25 Jahren wieder an einem Radrennen teilgenommen. Rund um Köln ist mein "Hausrennen". Daher ist diese Veranstaltung für mich etwas ganz Besonderes. Und weil ich DIE Gelegenheit hatte, als VIP-Fahrer vor dem Startblock A zu starten (was im späteren Verlauf wegen der vielen Überholungen wiederum sehr frustrierend war). 

Radsportfreunde werden diesen Blick kennen.

Nachdem ich mich bereits seit langer Zeit gedanklich damit beschäftigt habe, habe ich Anfang 2015 begonnen, gezielt für das Rennen zu trainieren. Und festgestellt, dass mein Renner dringend angepasst werden musste.

Das Rennen habe ich unter dem Titel "Dabei sein ist alles" betritten und blieb dennoch mit meiner Zeit unter der 2 Stunden Marke (1:57:33 h mit 34,71 km/h). Damit war ich mit dem Rennvirus wieder infiziert. Ganz klar, es mussten mehr Rennen her....


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